Unterwegs mit dem Camper in Neuseeland

Unterwegs mit dem Camper in Neuseeland

Unterwegs mit dem Camper in Neuseeland

Unterwegs mit dem Camper in Neuseeland

Das Leben im Camper in Neuseeland

Wie miete ich einen Camper? Worauf muss ich achten? Was bedeutet Self-Contained oder was hat es mit der Dieselsteuer auf sich? Fragen über Fragen, die wir uns zu Beginn unserer Planung für Neuseeland ebenfalls gestellt haben. Wir beantworten einige wichtige Punkte und hoffen, dass sich dadurch schon die ein oder andere von Euch Frage klärt.

Falls Ihr zudem Lust habt zu erfahren, wie unsere ersten Erfahrungen mit dem ersten Camper waren (ja, erster Camper, wir haben später gewechselt), könnt Ihr gern hier nachlesen.

Warum mit dem Camper reisen

Mit dem Camper durch Neuseeland zu reisen, war eines unserer ersten Wünsche, als wir über die Route für unsere Reise gesprochen haben. Neuseeland ist für uns ein Land, was wir auf Anhieb beide unbedingt sehen wollten. Wir sind bereits zweimal in Norwegen gewesen und haben dort mit Auto und Zelt das Land erkundet. Da sich die Länder in unseren Vorstellungen ein wenig ähneln, möchten wir auch hier flexibel sein und dort schlafen, wo wir möchten (und wo es möglich ist).

Wir wussten, dass wir im Herbst das Land bereisen. Über ein Auto und Zelt haben wir in diesem Zusammenhang gar nicht mehr nachgedacht. Für uns stand von Anfang an fest: Neuseeland mit dem Camper!

TIPP: xxx responsible

Welcher Camper soll es sein?

Ganz ehrlich? Darüber haben wir uns eigentlich keine Gedanken gemacht. Wir freuten uns, als wir ein günstiges Angebot bekommen und direkt zugeschlagen haben. So entschieden wir uns für einen Mighty Highball. Gebucht haben wir dies im Reisebüro unseres Vertrauens. Für uns war es in erster Linie wichtig, dass der Camper „Self-Contained“ ist. Was das bedeutet, erfahrt Ihr weiter unten im Beitrag.

Mighty gehört zur größeren Kette „thl“. Hier werden auch die Britz und Maui-Camper vermietet, falls Ihr von diesen schon einmal gehört habt.

Ein wichtiger Hinweis für Euch, da wir dies nicht im Vorfeld gesagt bekommen haben:

Wie gerade erwähnt, vermietet thl die Marken Mighty, Britz und Maui. Davon sind die Mighty Camper die günstigsten aber auch die älteste und leider auch am meisten abgenutzte Kategorie. Danach folgen die Britzmodelle und die Maui Camper sind die neusten Modelle. Grundsätzlich heißt es laut eines thl-Mitarbeiters, dass Maui Camper neu sind. Danach folgen die Britz Camper bis zu einem Alter von fünf Jahren und die Mighty Camper sind alle ab fünf Jahre alt!

Welche Erfahrung wir gemacht haben, könnt Ihr gern in einem anderen Beitrag lesen, falls Ihr den Rest überspringen möchtet. Wir hatten nämlich so einige Probleme.

Wie teuer sind Camper?

Dies ist eine ganz schwierige Frage. Nach unserer Erfahrung wird hier wie jeder andere Mietwagen auch der Preis pro Tag berechnet. Wir nehmen die Osterferien in Neuseeland mit und sind in diesem Zeitraum mit hohen Preisen dabei (ca. 87 € pro Tag). Unmittelbar nach den Osterferien zahlen wir pro Tag nur noch knapp 29 €. Wir rutschen nach den Ferien wohl in die richtige Nebensaison, was sich preislich deutlich macht und unseren Geldbeutel deutlich schont. Wie die Preise in der Hauptsaison sind, können wir daher leider nicht beurteilen. Wenn wir allerdings davon ausgehen, dass die Preise ca. so hoch sind wie in den Osterferien der Neuseeländer (knapp das 3-fache pro Tag), könnte dies mehr ins Geld gehen.

Daneben entschieden wir uns für ein Inklusivpaket, welches einige Absicherungen inkludiert, mit denen wir uns einfach besser fühlen. So haben wir keinerlei Selbstbeteiligung falls etwas passieren sollte. Bekommen noch mehr Ausstattung, wofür wir sonst extra zahlen müssen. Eigentlich haben wir dies hauptsächlich für die Versicherung gemacht und so kam pro Tag noch einmal knapp 23 € obendrauf (und es hat sich „gelohnt“)

Zack etwas weniger als 3.400 € für sechs Wochen Camper mit Inklusivpaket in der Mighty Highball  Kategorie!

Was bedeutet „Self-Contained“?

Self-Contained bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass Ihr unabhängig von sanitären Anlagen seid. Um ein Self-Contained Fahrzeug zu sein, müsst Ihr eine Toilette haben (ein Porta Potti/mobile Toilette genügt), sowie die Möglichkeit für Frischwasser und Abwasser. Dass Ihr Self-Contained seid ist besonders für viele freie Campingplätze wichtig. An den meisten Plätzen darf oft nur diese Art von Fahrzeug stehen, da es oftmals auch keine Toiletten vor Ort gibt. Damit gewährleistet Ihr, dass Ihr Euch in Eurer Toilette erleichtert und nicht direkt am nächsten Busch am Parkplatz. Somit ein weiterer Punkt sich eher für ein Self-Contained Fahrzeug zu entscheiden und nicht für ein Zelt.

Abholung des Wagens: Worauf sollte man achten

Unserer Erfahrung nach solltet Ihr wirklich das Auto komplett inspizieren, wenn Ihr es bekommt. Im Grunde wie bei einem normalen Mietwagen, nur noch etwas gründlicher. Denkt daran, dass dies in nächster Zeit Euer Zuhause sein wird und da soll ja alles stimmen.

Bei uns wurde nur von Außen nach Mängel geschaut. Diese werden festgehalten und Ihr könnt noch weitere Macken dort markieren, die noch nicht eingezeichnet sind. Von Innen wird nichts kontrolliert. Es wird Euch jedoch grob gezeigt wie alles funktionieren sollte (uns wurde es erklärt und angedeutet, jedoch nicht exakt gezeigt).

Beim Mighty haben wir nicht exakt alles überprüft und uns nach der Übergabe blind auf den Weg gemacht, weshalb wir später Probleme mit dem Wohlfühlen hatten. Dazu aber in einem anderen Beitrag.

Daher haben wir hier eine eigene kurze Checkliste erstellt, die Euch und auch für das nächste Mal uns helfen soll, nichts zu vergessen. JA wir sind pingelig, aber das ist der letzten Erfahrung geschuldet:

Unsere persönliche Checkliste

Außen

  1. Sind noch mehr Macken vorhanden als auf dem Übergabeprotokoll eingezeichnet sind?
  2. Funktionieren alle Lichter? (Scheinwerfer, Fernlicht, Rücklicht, Blinker)
  3. Funktioniert der Scheibenwischer?
  4. Sind alle Reifen in Ordnung?

Innen

  1. Fallen optisch irgendwelche Mängel auf? Ist offensichtlich etwas kaputt wie z.B. die Sitze, Vorhänge? Und ganz wichtig: Die Glasplatte bei der Herdplatte! Durch unser Inklusivpaket sind alle Mängel/Schäden abgedeckt. Einzige Ausnahme: Die Glasplatte! Wer weiß wie hoch der Preis am Ende ist, also immer gut darauf aufpassen.
  2. Gibt es technische Mängel? Funktioniert das Radio, die Herdplatten, alle Lichter oder die Wasserpumpe?
  3. Fehlt etwas? Wasserkocher, Toaster, (falls im Paket enthalten oder hinzugebucht) der Heater? Bettdecken? Ggf. Handtücher? Besteck, Geschirr?

Kurzer Hinweis zu optischen Mängeln: Die thl Mitarbeiterin sagte uns bei der Übergabe, dass sie nicht auf Mängel im Innenraum achten, als wir sie auf risse im Sitz o.ä. Aufmerksam gemacht haben. Auch wenn es am Ende vielleicht nichts bringt, würden wir die Mängel angeben.

Ein wichtiger Hinweis: Dieselsteuer in Neuseeland!

Unser Camper war ein Dieselfahrzeug. In Neuseeland wird eine zusätzliche Dieselsteuer erhoben, die pro 100km zurzeit NZD 6,84 (knapp 4,10 €) beträgt.

Hier bietet thl ein weiteres Paket an, welches die komplette Dieselsteuer abdeckt, egal wie viel Ihr fahrt. Weiterhin müsst Ihr das Fahrzeug nicht vollgetankt zurückgeben und auch das Gas vorher nicht voll machen. Auch die Toilette müsste nicht geleert werden. Das hört sich gerade alles schmackhaft an, lohnt sich aber nur ab einer bestimmten Strecke, die Ihr zurücklegt in der Mietzeit.

Das Paket kostete bei unserem Mighty für den Zeitraum NZD 469 (ca. 281 €). Wir haben uns für dieses Paket entschieden. Warum? Wir haben grob gerechnet ab welcher km-Strecke es sich lohnen würde. Fahren wir den Tank komplett leer müssen wir nicht für mehr als NZD 85 (51 €) volltanken. Die Gasflasche muss für etwas mehr als NZD 36 (22 €) nicht ausgetauscht werden.

Wir erkunden die Süd- und die Nordinsel. Wenn wir allein schon 5000 km zurückgelegen würden, würde eine Dieselsteuer in Höhe von NZD 342 fällig werden. Das sind grob zusammengerechnet dann schonmal NZD 463. Da wir wissen, dass wir die 5000 km locker verfahren werden und mit Sicherheit noch einige Kilometer mehr drauf kommen, lohnt sich dieses Paket für uns.

Bitte denkt nur daran, dass sich dieser Preis jetzt auf einen Mighty Highball und dem Mietzeitraum von sechs Wochen bezieht. Ob Ihr dieses Paket buchen wollt, entscheidet Ihr am besten vor Ort. So wie wir es mitbekommen haben, gibt es je nach Modell und Mietzeitraum Preisunterschiede.

Wir gehen Tanken

Als wir das erste Mal tanken mussten und die Preise gesehen haben, sind wir erst einmal fast vom Stuhl gefallen. Der Schock dauerte jedoch nur kurz an, denn wie so oft am Anfang vergessen wir die Währung umzurechnen. Das dauert immer ein paar Tage bis man drin ist. Wir haben hier in Neuseeland teils starke Preisschwankungen gesehen. Die höchsten Preise sahen wir in Touristenorten wie Wanaka, Te Anau oder Queenstown: NZD 1,89 (1,13 €) pro Liter Diesel. Den günstigsten Preis fanden wir in Rotorua mit NZD 1,22 (0,71 €). Ein Unterschied von 0,42 € sind immerhin 0,42 € pro Liter! Bei den vielen Kilometern ist dies eine Menge Geld!

Wir haben für uns gemerkt, dass es meist günstiger ist nicht direkt in der Stadt zu tanken (einzige Ausnahme tatsächlich Rotorua). Aber das sind bisher nur unsere Erfahrungen.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten zu sparen! Schaut Euch unseren Beitrag über genau dieses Thema an, es hilft Euch vielleicht.

Campen mit Self-Contained

Mit einem Self-Contained Fahrzeug habt Ihr mehr Freiheiten als mit einem Auto und Zelt. In Neuseeland gibt es viele Plätze, an denen Ihr umsonst schlafen könnt. Oft gelten diese Schlafplätze jedoch nur für Self-Contained Fahrzeuge. Wir haben sehr oft die App „Campermate“ benutzt. Hier kann man kostenfreie Campingplätze finden und auch welche, wo man bezahlen muss. Aber es sind bei weitem nicht alle dort eingetragen. Es gibt auch sogenannte „DOC“ Plätze, Department of Conservation. Hier hatten wir uns ein Büchlein aus der thl-Mietstation mitgenommen. Dort wird alles erklärt, weshalb ich jetzt hier nicht näher eingehen möchte. Alternativ könnt Ihr auch auf die Seite des Department of Conservation und dort nachsehen.

Beachtet bitte, dass nicht jede Rest Area automatisch ein Platz zum Schlafen bietet.

Neuseeland ist in verschiedene Distrikte eingeteilt, die zum Teil unterschiedliche Regelungen zum Thema „Freedom Camping“ haben. Andere untersagen das freie Campen und bestimmen nur wenige Plätze hier, andere Distrikte begrüßen das freien Campen wiederum. Wenn Ihr also nicht mit der App oder den Infos zu den DOC Sites arbeitet, solltet Ihr Euch vorher auf den Internetseiten des jeweiligen Distrikts schlau machen, wie es mit dem freien Campen aussieht.

Hat ein bezahlter Platz immer alles?

Natürlich kann man aber auch für das Campen bezahlen. Wenn Ihr für einen Stellplatz bezahlt, heißt es aber nicht automatisch, dass Euch WC, Duschen, eine Küche etc. zur Verfügung steht. An manchen beliebten Punkten zahlt Ihr manchmal nur für den Stellplatz an sich und um Euch herum ist nichts anderes, da sich bei dem vermieteten Platz lediglich um ein Stück Feld vom Besitzer handelt.

Ansonsten gibt es natürlich die normalen Campingplätze. Die Campingplätze haben wir ausschließlich auf Campermate gefunden. Dort ist oft der Preis aufgeführt und was sonst angeboten wird, wie WC oder Warmwasserduschen. Wir haben grob alle 3 oder 4 Tage auf einem Campingplatz geschlafen und für eine Nacht zwischen NZD 30 und 50 (knapp zwischen 18 € und 30 €) für eine Powered Site bezahlt.

Grundsätzlich müsst Ihr nicht auf einen Campingplatz. Eure Batterie lädt sich während der Fahrt auf und ein WC habt Ihr bei Euch als Self-Contained Fahrzeug. Duschen gibt es auch außerhalb der Plätze sowie Dump Stationen, um Euer Abwasser und die Toilette zu leeren.

Video

Um Euch das ein oder andere noch etwas besser veranschaulichen zu können, haben wir ein kleines Video zum Thema Camperleben gemacht, indem wir noch einmal erklären, wie es mit dem Campen, Tanken, „Dumpen“ etc. funktioniert.

Schön, dass Du uns begleitest! Wir sind Katy und Edgar und erfüllen uns zurzeit einen großen Traum: Wir bereisen die Welt. Am 17. September haben wir unsere erste Weltreise begonnen. In unserem Blog berichten wir über alles, was wir unterwegs erleben. Denn wir sind mitrucksackaufreisen.   

 

Wir sind in der Heimat!

Ruhrgebiet (GMT +1)

 

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