Kolbolten – Wanderung zum kleinen Kjerag

Der Kjerag ist ein zwischen zwei Steinwänden steckender großer Stein, der jedes Jahr viele Wanderer anzieht. Diese Wanderung liegt auch in der Nähe des Preikestolen, den ebenfalls viele Reisende bei einer Reise im Süden von Norwegen erwandern. Allerdings ist die Tour auf den Kjerag nicht ganz einfach und dauert viele Stunden. Die Tage im September sind nicht mehr ganz so lang und es wird schneller dunkel, weshalb wir uns entschlossen haben, nicht auf den Kjerag zu wandern. Es gibt aber eine Alternative und zwar die Wanderung auf den Kolbolten, der auch als „kleiner Kjerag“ bezeichnet wird. Dieser liegt am Jøssingfjord, ca. 35 Autominuten südlich von Egersund. Die Wanderung ist machbar, aber auch anstrengend. Im Vergleich jedoch nicht so lang und demnach auch im Herbst locker im Hellen möglich.

In diesem Beitrag nehmen wir Dich mit auf unsere Wanderung zum Kolbolten und sagen Dir auch, warum sich diese Tour für uns absolut gelohnt hat. Außerdem gibt es in unmittelbarer Nähe noch eine Sehenswürdigkeit, die Häuser unter Helleren, die ebenfalls sehenswert sind. Wenn Du schon einmal in der Nähe bist, lohnt sich ein kurzer Abstecher dorthin.

Anfahrt und Parken

Jøssingfjord utsiktplass

Der Parkplatz, den wir ansteuern, liegt ca. 35 Minuten südlich von Egersund, genauer gesagt auf der FV44, die von Egersund nach Flekkefjord führt. Zwischen Hauge i Dalane und Åna-Sira liegt der Parkplatz „Jøssingfjord utsiktplass“ (laut Navi). Vom dortigen Parkplatz starten wir unsere Wanderung zum Kolbolten. Wir haben auch im Internet gelesen, dass man vom Parkplatz Helleren aus wandern kann. Dies ist zwar möglich, aber da dieser Parkplatz unten im Tal ist, hast Du einen deutlich höheren Aufstieg. „Unser“ Parkplatz liegt oben und es ist kein großer Aufstieg nötig.

Beschilderung und Einfahrt zum Parkplatz für die Wanderung zum Kolbolten
Der Parkplatz am Jossingfjord utsiktplass

Infos zur Wanderung

Die Wanderung zum Kolbolten

Es geht abenteuerlich los

Vom Parkplatz gehen wir ein kleines Stück die Straße rauf und biegen links in den leicht bewachsenen Wanderweg ein, der uns in etwa 2 km zum Kolbolten führen soll. Wenig später müssen wir über große Steine laufen, teilweise ein klein wenig klettern oder Treppen nutzen. Da wir solche Wege mögen, gefällt uns der Wanderweg zum Kolbolten von der ersten Minute an.

Die Einbiegung zur Wanderung zum Kolbolten
Der Wanderweg zum Kolbolten führt Katy über große Steine

Als wir uns über die Wanderung informiert haben, hatten wir zunächst den Eindruck, dass der Weg gut markiert ist. Dies ist an vielen Stellen der Fall (blaue und später auch rote Markierung), an manchen Passagen mussten wir schon länger suchen. Halte daher immer gut Ausschau nach der nächsten Markierung, manchmal ist sie auch etwas versteckt oder an umgekippten Bäumen zu finden. Die Umgebung erweckt den Eindruck, dass es hier vor einiger Zeit gebrannt haben könnte. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb die Markierungen nicht mehr so sichtbar waren.

Katy überlegt auf der Wanderung zum Kolbolten wo es weitergehen könnte
Katy läuft den bewachsenen Wanderweg entlang

Eine matschige Passage

Kurz bevor wir an einer tollen Aussicht ankommen, wurde es noch einmal besonders abenteuerlich. Vor uns lag eine große matschige und sumpfartige Stelle, die man mithilfe von ausgelegten Steinen und Holzbalken überqueren musste. Die Wiese links von uns, war ebenfalls nicht passierbar. Man sieht, dass dieses Konstrukt nur rein provisorisch ausgelegt worden ist. Daher haben wir mit weiteren Steinen aus der Umgebung noch etwas nachgeholfen, um die tiefe Matschstelle zu überqueren. Wie immer waren wir froh, dass wir unsere Wanderstöcke dabei hatten, um an den Passagen mit ihnen etwas „vorzufühlen. Das macht aber für uns ein abwechslungsreicher Wanderweg aus und ist ein großer Spaßfaktor.

Eine sehr matschige und nasse Passage auf dem Weg zum Kolbolten
Edgar überquert eine sehr matschige Passage auf dem Weg zum Kolbolten
Du bist Dir noch nicht sicher, welche Wanderausrüstung Du mitnehmen möchtest? Wir haben ein paar Tipps und Empfehlungen für Dich.
Gelber Pfeil

Tolle Aussichten, die man nicht verpassen sollte

Der abwechslungsreiche Wanderweg ist von der Anstrengung bisher sehr gut zu meistern und es gibt immer mal wieder Stellen, wo man anhalten und die Aussichten auf den Jøssingfjord bestaunen kann. Ganz besonders hat es uns die Aussicht mit Blick auf die Nordsee angetan, die wir nun am höchsten Punkt unserer Wanderung genießen können. Die Nachmittagssonne bringt tolle Farben und lädt zu einer kleinen Pause ein.

Es folgt ein steiler Abstieg zum Kolbolten

Nach dieser Aussicht geht es für uns weiter und zwar mit einem ziemlich steilen Abstieg. Von unserem höchsten Punkt auf 219 Höhenmetern, müssen wir bis zum Kolbolten auf 60 Höhenmeter runter. Schauen wir uns nun die Umgebung an, haben wir nicht das Gefühl, dass wir gerade in Südnorwegen sind. Wir haben bereits auf verschiedenen Ausflügen die Erfahrung gemacht, dass der Süden von Norwegen sehr vielfältig ist. Dass die Wanderung zum kleinen Kjerag aber nicht nur abwechslungsreich ist, sondern auch mehrere dieser Landschaftsfacetten während eines Ausflugs zeigt, hätten wir nicht gedacht.

Nach dem ersten Abstieg finden wir uns kurz danach in einem bewaldeten Gebiet wieder, wo es aufgrund der fehlenden Sonneneinstrahlung noch einmal matschig wird.

Ein Blick ins Landesinnere während des Wegs zum Kolbolten
Ein waldiger und etwas matschiger Abschnitt mit der Beschilderung zum Kolbolten

Der letzte kurze Abstieg und wir sind am Kolbolten

Am Ende geht es noch einmal kurz, aber ziemlich steil runter und können den Kolbolten bald auch schon sehen. Der kleine Kjerag sieht dem „echten“ Kjerag tatsächlich ähnlich, nur die Aussicht von dort hat uns nicht umgehauen, was für uns aber okay ist. Denn die Ausblicke während der Wanderung haben uns einfach mehr gecatcht. Der Wanderweg ist schon eine Reise wert und sich am Ende des Weges noch auf den Kolbolten zu setzen, ist ein toller Abschluss. Und was wir gerne erwähnen: Auf der kompletten Wanderung haben wir nur drei weitere Wanderer gesehen. Daher ist es auch die Ruhe, weshalb wir uns hier wohl fühlen.

Wegbeschilderung zum Kolbolten am Fjord
Katy steht auf dem Kolbolten und hebt die Hände in die Luft

Vom Kolbolten den gleichen Weg zurück

Angeblich gibt es auch einen Rundweg, aber wir entscheiden uns den gleichen Weg zurück zu laufen, da wir keinen Hinweis auf einen Rundweg gefunden haben. An manchen Stellen war es ziemlich schwierig die Markierungen aus zu machen, weshalb wir lieber den bereits bekannten Weg zurücklaufen. Wir empfehlen die Wanderung zeitlich so zu timen, dass man noch im Hellen zum Auto zurückkommt. Da wir am Vormittag zuvor eine einfache Wanderung zum Trollpikken unternommen haben, dämmerte es nun am späteren Nachmittag während unseres Rückwegs. Dies machte es etwas schwieriger die Markierungen zu finden. Den größten Teil konnte man problemlos zurücklaufen, auch weil man sich an den Hinweg erinnern konnte. Beim letzten Stück haben wir uns tatsächlich kurz verlaufen, bis wir die richtige Markierung finden konnten. Am Ende kommen wir aber gut zum Auto zurück und freuen uns über diese tolle Wanderung.

Führt Dich Dein Weg weiter nördlich ins Rogaland (auf der Höhe von Stavanger), wird Dir eine der beliebtesten Wanderungen des Landes begegnen: Die Wanderung auf den Preikestolen. In unserem Beitrag erfährst Du alles zu dieser Wanderung.
Gelber Pfeil

Wie wir die Wanderung zum Kolbolten fanden

In unserem letzten Satz haben wir es ja bereits gesagt, für uns war es eine tolle Wanderung. Wir empfanden sie als abenteuerlich, abwechslungsreich und absolut lohnenswert! Natürlich ist dies nicht der „echte Kjerag“, aber der Kolbolten ist für uns dennoch sehenswert und in Verbindung mit der Landschaft und der schönen Aussicht auf die Nordsee eine empfehlenswerte Wanderroute. Ein paar Schwierigkeiten gab es den richtigen Weg zu finden, dass sollte Dir bewusst sein, wenn Du die Wanderung unternehmen möchtest.

Es schien so, als wenn es vor einiger Zeit hier gebrannt hat, weshalb es um den Weg herum etwas wuselig aussah und daher die Markierungen möglicherweise auch nicht mehr so gut zu finden waren. Vielleicht ist dies nur temporär und die Markierungen werden beizeiten wieder aufgefrischt. Den „echten Kjerag“ möchten wir auf jeden Fall irgendwann erwandern, denn der Kolbolten hat uns einen tollen Vorgeschmack darauf gegeben.

Unsere Buchempfehlung

Im Wanderführer für Norwegen Süd* ist der Weg zum Kolbolten zwar nicht beschrieben, dafür aber die Wanderung zum „echten“ Kjerag. Auf dieses Buch greifen wir bei unseren Wanderungen gerne zurück.

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Entdecke die Häuser unterhalb Helleren am Jøssingfjord

Wir fahren nun runter ins Tal bis zum Parkplatz („Parkering Helleren i Jøssingfjord“) unten am Fjord. Von hier aus kommst Du in wenigen Minuten zu zwei kleinen Häusern unter dem Helleren. Etwas unscheinbar und doch zählen diese zu den bedeutendsten Kulturerbestätten Norwegens. Doch was macht die Häuser unter dieser „ausgehöhlten“ Felswand so besonders?

Die zwei Häuser, die wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert stammen und in Teilen noch viel älter sind, wurden damals sehr einfach gebaut und zeigen die Bescheidenheit der einstigen Einwohner. Der Helleren (oder auch die Helleren, das wissen wir leider nicht genau) bildet dabei ein natürliches Felsdach, um die Häuschen darunter zu schützen. Aufgrund dieses „Schutzraumes“ wird vermutet, dass diese Stelle bereits schon im 16. Jahrhundert besiedelt wurde. Heute gehören die Häuser dem Dalane Folkemuseum und werden auch von diesem verwaltet. Damit diese schönen Kulturdenkmäler noch lange erhalten bleiben, dürfen sich immer nur eine kleine Anzahl an Personen in den Häusern aufhalten. Wir durften laut Beschilderung beispielsweise nur in eines der Häuser. Ein schöner Kurzausflug, wenn man ohnehin schon daran vorbeifährt.

Noch ein paar Eindrücke der Wanderung

Foto von uns bei den Blue Mountains in Australien

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