Ein kurzer Ausflug nach Laos – Luang Prabang

Ein kurzer Ausflug nach Laos – Luang Prabang

Ein kurzer Ausflug nach Laos – Luang Prabang

Ein kurzer Ausflug nach Laos – Luang Prabang

Ein kurzer Ausflug nach Laos - Luang Prabang

Laos? Es liegt irgendwie auf unserem Weg von Kambodscha nach Nord-Thailand. Und doch scheint der Weg selbst kein leichter zu sein. Nach vielen Gesprächen mit anderen Reisenden haben wir uns für eine kurze Variante entschieden und sind nach Luang Prabang geflogen und später mit dem Slow Boat zwei Tage über den Mekong gefahren.

Das Schöne am Langzeitreisen ist doch...

…dass Du da bleiben kannst, wo es Dir gefällt und Du dahin reisen kannst, wo immer Du auch hin möchtest, oder? 

Müde und erschöpft von der Hitze in Siem Reap brüten wir über dem Laptop und überlegen wohin die Reise gehen kann. Auf Kambodscha soll Laos folgen, um dann in den Norden Thailands einzureisen.

Immer wieder treffen wir auf andere Reisende, die aus Laos nach Kambodscha oder Vietnam gereist sind und berichten uns von ihren Erfahrungen. Laos sei wunderschön, besonders im Norden. Jedoch etwas mühselig zu bereisen. So beschließen wir für uns, dass wir von Siem Reap nach Luang Prabang fliegen und von dort eine Zwei-Tages-Slow-Boat-Tour zur laotisch-thailändischen Grenze machen.

Auf nach Laos und der erste Kontakt mit den Grenzbeamten

Das Flugzeug berührt laotischen Boden und ist gefühlt zu schnell im Landeanflug. Der Pilot bremst stärker als man es vom Landen gewohnt ist und alles im Airbus A321 wackelt.

Willkommen in Laos! Es ist bereits dunkel draußen und wir besprechen das weitere Vorgehen. Wir müssen durch die Zollkontrolle und ein Visa on arrival beantragen. Dann brauchen wir ein Taxi nach Luang Prabang Downtown und eventuell eine nationale SIM-Karte für alle Fälle. So gut vorbereitet wir auch manchmal sind, haben wir wie immer keinen Stift zum Ausfüllen der Visaunterlagen dabei.

Der Weg durch die Grenzkontrolle dauert ein wenig. Es gibt mehrere Schlangen, an die man sich anstellen muss, bis man am Ende einen weiteren Einreisestempel im Reisepass gesammelt hat. Unsere Erfahrungen haben wir in einem gesonderten Beitrag über die Visabestimmungen festgehalten. Wenn Du magst, kannst Du sie Dir hier gern durchlesen. (Ist in Arbeit, wir geben uns alle Mühe.)

TIPP: Wir haben seit Kambodscha immer ein paar Dollar in der Tasche. Da es manchmal bei der Ein- und Ausreise eine unerwartete "Bearbeitungsgebühr" gibt, ist dies ganz sinnvoll. Generell ist es ratsam US-Dollar mit sich zu führen.

Ein anstrengender Weg zum Hostel und eine kleine Enttäuschung

Durch das längere Warten an den vielen Schaltern liegt unser Gepäck schon gestapelt neben dem Band. Noch schnell eine SIM Karte für 7 Tage (4 GB) für 4 $ gekauft und ab zum Taxistand. 

Bisher haben wir noch keinen Bankautomaten gesehen, können aber das Taxi in Dollar zahlen (3,50 $ pro Person). 

Erschöpft von der Anspannung, ob auch alles mit der Einreise gut klappt erreichen wir unser Hostel. Ein privates Doppelzimmer mit eigenem Badezimmer. Ein kleiner Luxus, den man sich zwischendurch mal nehmen muss. Oder?

Luxus ist unser Hostel und Zimmer leider gar nicht. Zunächst müssen wir dem Taxifahrer mit Hilfe von Maps auf unserem Smartphone den Weg erklären, da er noch nie von dem Hostel gehört habe. Anschließend werden wir im Hostel direkt gebeten die Buchung über unser Reiseportal zu stornieren, da sie die dort beschriebene Leistung gar nicht anbieten und das Zimmer anstatt 22,00 € pro Nacht nur 15,00 € kostet.

Mit ein wenig blindem Vertrauen und Alternativlosigkeit tun wir dies und bekommen ein privates Doppelzimmer mit eigenem Bad. Doch die Nachteile sind schnell ausgemacht. Das Zimmer liegt direkt am Eingang der Unterkunft und ca. 10 m von einem Billiardtisch und der Frühstückszone entfernt. Die Wände sind, wie so oft in Süd-Ost-Asien sehr dünn und hellhörig.

Wenn alles zusammen kommt

Das Zimmer hat kein Fenster und das Bad auch nicht. So riecht es besonders im Badezimmer sehr, sehr muffig und das Bett hat bei jeder Bewegung in der Nacht einen Lärm gemacht, als wenn es bald auseinander fällt. Laut der ursprünglichen Beschreibung sollte dieses Zimmer mit einem Fenster und einem kleinen Balkon ausgestattet sein.

Zu allem Überfluss wissen wir auch nicht so richtig, was wir nun in Laos tun sollen. So kommt manchmal alles zusammen und man empfindet das Reisen nicht immer als nur angenehm und schön. 

Die Nächte aber sind gut, wenn man einmal eingeschlafen ist und das Zimmer ist im Grunde ganz sauber, trotz des Duftes. Über die Unterkunft haben wir für den nächsten Tag in Luang Prabang einen Roller gemietet, um uns die Umgebung und den wunderschönen Kuang Si Wasserfall anzusehen. (Kosten: 100.000 Kip ~ 10,00 / 11,00 €)

Wie auch in Vietnam bekommen wir den Roller mit leerem Tank, abgestellter Geschwindigkeitsanzeige und zwei Helmen.

Der nächste Tag

Die Sonne scheint. Die erste Nacht war gut und wir starten früh in den Tag, um vor den Touristenbussen in der Parkanlage zu sein.

Die Straßen in und um Luang Prabang sind gar nicht so schlecht, wie vom Hörensagen im Rest des Landes. Mit ein wenig Vorsicht kann man die Schlaglöcher gut umfahren. Auf den Straßen herrscht wenig Verkehr und wir können entspannt in unserem Tempo die einstündige Fahrt genießen. Das Schöne am Roller fahren in Süd-Ost-Asien ist, dass man sich sein Tempo frei wählen kann, ohne dass man unter Druck gerät.

Der Kuang Si Wasserfall

An der Parkanlage angekommen fallen wir erneut auf den Parkplatztrick rein. Diesmal ist es ziemlich schwierig den kostenlosen normalen Parkplatz zu sehen und so geraten wir auf einen kostenpflichtigen Privatparkplatz. Nicht teuer, aber irgendwie ärgerlich. 

Über den Wasserfall muss man nicht viel schreiben. Die Bilder sprechen für sich. Und in echt wirkt er noch schöner, wenn die Sonne durch die Bäume das Wasser hellblau leuchten lässt. Hier seht ihr den Parkplan:

Wir können den Trekking Weg empfehlen. Dazu läuft man rechts von dem Wasserfall hoch und oben über Weg A wieder zurück. So sieht man alles aus allen Positionen. Es ist ein toller Spaziergang bei dem man viel Staunen und schöne Fotos machen kann. 

Das Schwimmen gehen an den erlaubten Badestellen ist ungefährlich. Es gibt dort Umziehkabinen und viele Bänke und Ablageflächen. 

Das Wasser ist ziemlich kalt, aber es ist trotzdem eine tolle Erfahrung dort zu schwimmen. In diesem Wasser gibt es viele kleine Fische die ständig gegen einen schwimmen und ein bisschen an einem knabbern. Eine Art Fish Spa und ein lustiges Gefühl! 

Wir verbringen lediglich 10-15 Minuten im Wasser ehe es uns zu kalt wird. Erfreut und erfrischt machen wir uns nach fünf Stunden an dem Wasserfall auf den Rückweg und fahren mit dem Roller durch die Stadt und das Umland. Am Abend noch ein Stop in einem Restaurant und schon ist wieder ein schöner Tag vorbei.

Am nächsten Tag geht die Planung weiter

Für den nächsten Tag entscheiden wir uns den Roller zu behalten. Der Tank ist noch mehr als halbvoll und wir empfinden es als sehr entspannt neben den Spaziergängen in der warmen Sonne zur Abkühlung ein wenig Fahrtwind um die Nase zu spüren. 

Als Erstes planen wir aber unsere Weiterreise und stoßen auf eine Bootsfirma, die eine gemütliche Zwei-Tages-Boots-Tour von Luang Prabang nach Huay Xai verspricht. Mit dem Roller fahren wir die 10 Minuten zum Anleger und machen uns im Geschäft unser eigenes Bild davon.

Kurzum: Ab morgen geht es für zwei Tage auf ein 45 m langes Slowboat. Übernachtet wird in einem Gasthaus in Pakbeng. Mit der Vorfreude auf die Fahrt und dem guten Gefühl von getaner Arbeit entschließen wir uns mit dem Roller ein wenig durch die Landschaft zu fahren.

Ein platter Rollerausflug

Nach rund 9 km außerhalb der Stadt Luang Prabang endet unsere Reise mit einer für den Tag entscheidenden Frage: Ist das die Straße oder haben wir einen Platten?

Mit unserem ungeschulten Blick auf den Reifen können wir den Platten mühelos erkennen. Und jetzt? 

Normalerweise wäre die Sache angespannt und man wäre besorgt wie man den Roller nun zurück in die Stadt bekommt und was das wohl kosten mag. Denn sind wir mal ehrlich den ganzen Vertrag auf lao-englisch haben wir uns nicht durchgelesen. Doch hier ist es komischerweise anders. Wir beide sind für die Situation sehr entspannt und müssen hin und wieder einfach loslachen. 

Also was tun? Wir schieben zuerst den Roller am Straßenrand. Sehr anstrengend und laut dem Smartphone müssen wir dies weitere zwei Stunden tun bis wir am Hostel ankommen. Eine Möglichkeit die realistisch, aber nicht so richtig attraktiv ist. Plan Z steht also schon einmal.

Am nächsten Haus versuchen wir Hilfe zu bekommen. Wir hoffen auf einen Anruf bei der Firma, die auf unserem Zettel steht. Doch die Männer schicken uns weiter mit dem Hinweis, dass (1.) in 20 Minuten ja eine Tankstelle kommt und (2.) den Roller zu schieben mit laufendem Motor einfacher sei. Und wer jetzt, warum wir nicht einfach selber anrufen: Gut gedacht, doch leider haben wir nur das Datenpaket gekauft. Wer konnte ahnen, dass wir in Laos telefonieren müssen.

Also schieben wir den Roller zuerst bei laufendem Motor, dann versuchen wir ganz langsam damit zu fahren. Doch beides ist nicht so richtig gut. Also weiter Plan Z.

Nach wenigen Minuten hält ein Tuk Tuk Auto, welches aber größer und geräumiger ist als das normale Tuk Tuk. Mit einem großen Lächeln im Gesicht des Fahrers, begutachtet er unsere Situation. Dann steigen zwei Männer und zwei Frauen aus und bieten uns ihre Hilfe an. Sie könnten uns mit dem Roller zu unserer Unterkunft bringen. Natürlich nicht ohne eine Gegenleistung.

So haben sich alle gemeinsam überlegt, dass 200.000 KIP ~ 20 € ein guter Lohn dafür sind. Wir stimmen zu. Obwohl 20 € für Laos zwar viel Geld sind, ist es das allemal wert, als einen Roller in der Mittagssonne über zwei Stunden schieben zu müssen. Wir bekommen Hilfe und die Vier können davon am Abend etwas leckeres Essen. Ein guter Deal.

Ohje wie hoch werden wohl die Reparaturkosten?!

Zurück am Hostel bitten wir um einen Anruf bei der Rollerfirma. Wie so oft am Tag, philosophieren wir was gleich passieren könnte, wenn wir etwas nicht wissen. Manchmal kommen da die merkwürdigsten Situationen bei raus. 

Wir haben als Pfand für den Roller einen Reisepass hinterlegt. Zu allem Überfluss haben wir wenige Tage vorher von einer Masche gelesen, dass Verleihfirmen angeblich verursachte Schäden beanstanden und erst gegen eine Geldleistung den Reisepass rausrücken. Doch um einen Roller zu mieten, war die Hinterlegung des Reisepasses die einzige Möglichkeit.

Doch wir glauben weiterhin an das Gute! Noch… Wir führen hier einfach einmal die aktuellen drei Kopf-Szenarien auf:

Szenario 1:

Wir weisen auf den Schaden am Roller hin und beteuern unsere Unschuld, da wir die „guten“ Straßen nie verlassen haben und hoffen auf Gnade und eine kleine Reparaturzahlung. Vielleicht so 10 – 30 €. Dafür bekommen wir aber den Reisepass sofort wieder und alles ist gut.

Szenario 2:

Der Verleiher kommt und weist uns darauf hin, dass wir in dem Vertrag angeblich unterschrieben haben, dass wir bei einem größeren Schaden den ganzen Roller kaufen müssen (da der Rollerneupreis ebenfalls im Vertrag mit ca. 1390 € aufgeführt war). Und wir bekommen den Reisepass erst wieder, wenn wir bezahlt haben. Am Ende hat man vermutlich wenig Chancen, dass der laotischen Polizei oder sonst wem zu erklären.

So hätten wir aber immerhin schon einen Roller gehabt. Fehlt nur noch das Ferienhaus. 

Szenario 3:

Wir fahren alle zusammen in die Werkstatt und sowohl der Verleiher als auch die Werkstatt erfinden einen Preis und teilen sich am Ende das Geld. Zudem können wir erst weiterreisen, wenn alles bezahlt und repariert ist. Was für uns bedeutet, dass wir die am Morgen gebuchte Tour nicht machen können und so nochmals eine Menge Geld für nichts bezahlen würden.

Wir hatten ein wenig Zeit für noch weitere Szenarien, aber diese drei erscheinen uns als die Wahrscheinlichsten.

Ein platter Reifen kostet Geld

Ein Roller mit zwei Herren erreicht das Hostel. Ein wenig auf Konfrontation und Unschuldsbekundungen eingestellt, begrüßen wir uns gegenseitig und ich zeige auf den hinteren Reifen des Rollers. Als Reaktion bekommen wir ein kurzes Lachen gefolgt von einem Satz in dem der Preis für die Reparatur fällt. Ohne wirklich zu realisieren wie viel Geld nun fällig ist, schießt es aus mir heraus, dass wir doch nichts dafür können und und und. Während ich die Worte gerade ausspreche, realisiere ich, dass der Mann soeben 50.000 KIP gesagt hat und rechne schnell um. Das sind ja gerade einmal ~ 5€

Ohne Umschweife stoppe ich das sinnlose Gebrabbel und sage nur kurz: Ich hole eben das Geld. 

Wieder zurück stehen die zwei Männer, die Hostelbesitzerin, Katy und Ich um den Roller.

Ich weiß, dass die Hostelbesitzerin meinen Reisepass hat. So will ich von ihr meinen Reisepass zurück und die Herren von mir das Geld für den Roller. Freundlich aber bestimmt weise ich darauf hin, dass ich im Tausch für das Geld meinen Pass zurück haben möchte. Sicherlich hätten wir ihn später beim Check Out auch bekommen, aber sicher ist sicher. So bleiben keine Fragen mehr offen.

Nach kurzem Zögern bewegt sich die Dame Richtung Rezeption und holt meinen Pass. Im Austausch übergebe ich das Geld und stelle eine letzte Frage:

Es ist erst Nachmittag und wir hätten theoretisch noch 14 Stunden diesen Roller. Gibt es einen Nachlass oder einen Ersatzroller?

2 Sekunden später, bevor überhaupt jemand reagieren kann, winke ich ab und bin einfach nur froh, dass alles ein gutes Ende nimmt.

Ein Sonnenuntergang mit vielen Touristen

Den Tag lassen wir mit einem Spaziergang auf den Stadtberg Phousi, einer Pizza und einer kleinen Bummeltour auf dem, wie wir finden, schönsten Nachtmarkt den wir bisher gesehen haben, ausklingen. 

Allgemein gelten Sonnenuntergänge ja als wahnsinnig romantisch, doch gerade an den Touristenspots ist es oftmals alles andere als das. Trotzdem hat es etwas besonderes dabei zu zu sehen wie sich Tag und Nacht die Klinke in die Hand geben. 

Die zweitägige Bootstour nach Thailand kann beginnen

Die Tage in Luang Prabang sind vorbei und so sitzen wir um 6:00 Uhr auf den Stühlen vor unserem Hostel und warten auf den Shuttlebus. Wie jedes Mal, wenn die Reise weiter geht und wieder etwas Neues und Ungewisses auf uns zu kommt, fühlen wir eine Mischung aus Vorfreude und Aufregung. 

Doch gerade für die nächsten zwei Tage überwiegt eindeutig die Vorfreude. 

Ein langes Boot fast für uns alleine

Wir fahren von Luang Prabang über Pakbeng nach Huay Xai. Das Slow Boot ist 45 m lang und bietet zahlreiche Sitz- und Liegemöglichkeiten. In der Hochsaison fahren hier 40 Passagiere und die Crew den Mekong rauf und runter. Wir sind heute allerdings nur sieben Touristen und die Crew. Ein älteres Paar aus den Niederlanden, ein Rentner aus der Schweiz, ein jüngeres Paar aus Irland und wir beide. Wie sich schon zu Beginn der Fahrt herausstellt sind wir eine entspannte und sehr angenehme Truppe.

Starte den Tag mit einem kleinen Frühstück und einem Besuch im Pak Ou Cave

Es ist 7:00 Uhr und wir starten mit einem Frühstück an Bord. Kaffee, Tee und Wasser sind rund um die Uhr inklusive. Bananen und anderes Obst ebenfalls. Anschließend ein kurzer Stop an einer heiligen Höhle in der Nähe von Pak Ou. Diese Höhle am Rande des Mekong wird Buddha Höhle genannt. Warum, seht ihr auf dem Foto.

Hier lernen wir, dass jeder abhängig von seinem Geburtswochentag einem Buddha zugeordnet ist. Edgar ist der Dienstagsbuddha (rechtes Bild) und Katy der Freitagsbuddha (mittleres Bild).

Wir mögen den Gedanken und unsere Posen der Buddhafiguren.

Eine entspannte Weiterfahrt und ein schöner Ausklang des Abends in Pakbeng

Zurück auf dem Boot machen wir es uns gemütlich. Gegen 11:00 Uhr hat die Kraft der Sonne die Wolkendecke über dem Mekong aufgelöst und wir genießen den Ausblick und die Ruhe. 

Mit einem leckeren Mittagessen und weiterer Erholung auf dem Boot erreichen wir gegen 17:00 Uhr, pünktlich zum Sonnenuntergang, das Dorf Pakbeng. Hier halten alle Boote, egal ob sie von Huay Xai oder Luang Prabang kommen. Das sieht man auch, denn keines der Dörfer, die wir während unserer Fahrt gesehen haben, hätte Touristen und schon gar nicht so viele aufnehmen können. Diese Stadt lebt von uns Touristen, die jeden Tag hier Halt machen. Fünf Minuten vom Anleger ist ein kleines Gasthaus, in welchem wir heute übernachten.

Wie geht es eigentlich nach der Bootstour weiter?

Zu Beginn der Reise und davor haben wir schon vieles im Voraus gebucht, geplant und überlegt. Seit Vietnam haben wir jedoch gelernt, dass es oftmals schöner und flexibler ist spontan zu sein. Wohl wissentlich, dass es vorrangig in Süd-Ost-Asien wirklich gut klappt ohne tiefer in den Geldbeutel greifen zu müssen.

So kann es schon mal vorkommen, dass wir wie heute Abend in Pakbeng nicht wissen wo wir morgen übernachten. Für die ganz Mutigen und Lauflustigen ist es sicherlich eine Alternative sich immer erst vor Ort etwas zu suchen. Wir sind aber oftmals froh, wenn wir wissen, wo wir hin müssen und einen Schlafplatz sicher haben. 

Für morgen steht auf dem Plan, dass wir nach der Ankunft in Huay Xai die Grenze überqueren und im thailändischen Chiang Khong übernachten wollen. Durch viele Artikel im Internet sind wir etwas verunsichert, ob wir wie z.B. in Vietnam ein Ausreiseticket zur Einreise vorzeigen müssen. Damit wir nicht plötzlich doch abgelehnt werden, durchsuchen wir das Internet nach Tickets von Bangkok in ein anderes Land mit guten Stornierungsbedingungen! Unsere Wahl fällt auf ein Busticket von Bangkok nach Siem Reap (Kambodscha) nach 21 Tagen Aufenthalt. Vorweggenommen können wir schon sagen, dass es niemand an der Grenze sehen wollte. Aber man weiß ja nie. Zurück nach Pakbeng:

Gemeinsam mit den zwei Iren und dem Schweizer essen wir zu Abend. Die Preise sind im Vergleich zu Luang Prabang sehr niedrig und das Essen sehr lecker. 

Ein Abend mit Europäern anderer Länder ist auch ein Kulturaustausch. So erzählen wir gegenseitig woher wir kommen, was typisch für uns oder unsere Regionen sind und und und.. Das Schönste dabei ist aber, dass wir wirklich viel zusammen lachen. 

Am nächsten Morgen besuchen wir ein einheimisches Dorf

Am nächsten Morgen starten wir wieder um 6:00 Uhr in den Tag. Das Frühstück steht bereits verpackt an der Rezeption, sodass wir es auf dem Boot in Ruhe essen können. Wir fahren wieder unter einer dicken grauen Wolkendecke über den Mekong. Es ist heute morgen wirklich sehr frisch. Ganz ungewohnt nach so langer Zeit bei 20-35 °C.

Eingepackt in warme Anziehsachen und einem wärmenden Tee in der Hand, beobachten wir das Treiben der Menschen und Tiere am Ufer des Mekongs. Die Kühe und Ziegen grasen in aller Seelenruhe und die Menschen fischen oder transportieren Güter mit ihren Booten über den Fluss. Gegen 9:00 Uhr erreichen wir das Dorf der Kamu. Unser Guide spricht deren Sprache und zeigt uns das Dorf. Hier ein paar Fotos:

Auch eine Schule können wir besuchen. Hier lernen die Kinder fünf Jahre lang. Danach gehen sie unter der Woche in eine andere Stadt und kommen nur am Wochenende wieder zurück.

Hier leben aktuell 147 Menschen und eine große Vielzahl an Tieren wie Hunde, Hühner, Kühe oder Ziegen. In diesem Dorf gibt es ein Oberhaupt. Dieser wohnt mit seinen zwei Frauen ganz oben im Dorf. Sein Haus sieht auch größer und ein wenig komfortabler aus als die anderen. Toiletten gibt es genau zwei im Ort. Davon eine direkt an der Schule, die zu Fuß ein paar Minuten vom Dorf entfernt liegt. Genauso wie wir die Menschen beobachten und interessiert sind wie diese leben, so kommen viele Frauen und Kinder zu uns und schauen wer ihr Dorf heute besucht. Nach einer Stunde geht es zurück auf das Boot und alle genießen die letzten Stunden der Fahrt. Wieder lösen sich gegen 11:00 Uhr die Wolken auf und wir schippern bei Sonnenschein in Richtung laotisch-thailändische Grenze.

Wir erreichen die laotisch-thailändische Grenze

Zwei wunderbare Tage auf dem Boot gehen zu Ende und wenn es nach uns gehen würde, hätte diese Fahrt auch ein paar Tage länger gehen können. 

Gegen 16:30 Uhr erreichen wir die Grenzzone zwischen den beiden Ländern. Erst heißt es wieder in Laos ausstempeln und ein wenig typisch für Grenzübergange, dürfen wir auch hier wieder 1 $ pro Person an den Beamten bezahlen, da wir nach 16:00 Uhr das Land verlassen wollen. Man kann darüber denken was man möchte, aber 1 $ ist verkraftbar. 

Die Grenze der beiden Länder bildet an dieser Stelle der Mekong selber. Darum verlassen wir auf der rechten Seite des Fluss Laos und fahren mit einem Shuttlebus über die sogenannte Freundschaftsbrücke nach Thailand. Hier erhalten wir nach kurzem Ausfüllen einer Arrivalkarte unser 30-Tages Visum. Ein paar Stempel und inklusive einem kurzen Lächeln des thailändischen Beamten sind wir drin. Wir müssen keine Visagebühr bezahlen, keinen Dollar für die zu späte Einreise und kein Ausreiseticket vorzeigen. Eine ungewohnte, aber schöne Grenzerfahrung und wir freuen uns auf das neue Land.

Schön, dass Du uns begleitest! Wir sind Katy und Edgar und erfüllen uns zurzeit einen großen Traum: Wir bereisen die Welt. Am 17. September haben wir unsere erste Weltreise begonnen. In unserem Blog berichten wir über alles, was wir unterwegs erleben. Denn wir sind mitrucksackaufreisen.   

 

Wir sind in der Heimat!

Ruhrgebiet (GMT +1)

 

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